biblische geschichteIch erinnere mich als Kind, dass zwei elegante Damen bequem im Wohnzimmer bei uns zu Hause saβen und mich und meine älteste Schwester ein Buch vorlasen, das “Mein Buch mit biblischen Geschichten” hieβ. Mir gefiel ihre Aufmerksamkeit, Zeit und freundliche Stimme. Ich war 6 oder 7 Jahre alt und hatte damals keine Ahnung, warum diese Damen bei uns zu Hause waren, uns biblische Unterworfen zu lehren. Ich hätte erwartet, dass meine Mutter es selbst getan hatte. Meine Mutter sprach gern und ab und zu las sie uns ein paar Seiten eines grünen Buches, das Neuen Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift hieβ. Ich habe kein Wort daraus verstehen aber es gefiel mir, da mit meiner Mutter und meine Brüder und Schwester zu sein. Die Aufmerksamkeit, die wir bekamen gefiel mir sehr. Auβerdem wollte ich spielen, springen, Dinge kaputt machen und Katzen aus unserem Garten abschrecken.

Wie alles begann

Erst viele Jahre später entdeckte ich, dass meine Mutter Kontakt mit den Zeugen Jehovas in den 70er Jahren gehabt hatte. Sie und meine (biologische) Vater zogen von Sergipe nach Sao Paulo um, und es sieht so aus, dass das Leben einer verheiratete Frau nicht mehr war als Schwanger werden und das Haus reinigen. Meine Mutter hatte auch keine Freunde. Die Brüder und Schwestern, Cousins und Cousinen meiner Eltern, die auch nach Sao Paulo zugleich umgezogen hatten, würden meine Eltern nicht oft treffen. Alleine in Santos, bekam meine Mutter Besuch der Jehovas Zeuge, die immer sehr freundlich und aufmerksam waren. Sie haben ihr Vertrauen gewonnen und sie in den Königreichsaal (der Name “Kirche” wirdt nie verwendet) eingeladen. Und damit haben sie meiner Geschichte und meiner Familie für immer geändert. Ich erinnere mich auch, dass wir eine echte “Kirche” einmal besucht hatten, eine Kirche mit überall schrecklichen Bilder eines blutigen Jesus und wo Leute ständig schrien. Ich weiß nicht, warum meine Mutter mich zu diesen Orten nam. Ich konnte es nicht leiden und ich hatte einen schrecklichen Unwohlsein. Alles was ich wollte war, nach Hause gehen und Zeichentrickfilmen gucken. Ist das doch was Kinder tun müssen? Glücklicherweise haben wir diese “Kirche” nur einmal besucht.

Allerdings würde meine Mutter Zeuge Jehovas erst Ende 90er Jahren werden. Meine Brüder und ich sind alle in den 70er Jahren geboren. Wir waren zu jung und meine Mutter hatte wahrscheinlich niemand, uns aufzupassen. Uns in den Königreichssaal nehmen war für meine Mutter ohne Frage, so musste sie warten bis wir älter waren. Sie wurde die Zeugen nach ein Paar Jahre rufen, uns etwas über die Religion zu lehren und die “verlorene” Zeit aufzuholen. Das geschah ab der 80er. Seit Ende der 70er wohnten wir in Praia Grande, eine Stadt an der Küste São Paulos. Wir bekamen regelmäßigen Besuchs zwei Frauens: Rosângela und Iracema. Rosangela, eine lange und schlanke Dame, älter als 20 Jahre und Iracema, von asiatischer Abstammung, glätte und lange Haare, und wahrscheinlich älter als 25 Jahren.

Erste Versammlungen und Kongresse

singt und spieltInzwischen besuchten wir alle den Königreichssaal (ohne Vater) und gingen wir zusammen zu einige Kongresse. Betreffs unserer Besuchs im Königreichssaal, erinnere ich mich, dass wir immer zu spät waren. Ein gut gekleideter, junger Mann beeilte sich, uns zu grüßen und freie Stühle für uns zu finden, sodas wir zusammen an der gleichen Reihe sitzen konnten. Und wie immer mit einem Finger vor den Mund, fragte Mutter uns zu benehmen und ruhig zu sitzen. Aber trotz unserer Zusammenarbeit, war meine Mutter während der ganzen Sitzung vollständig auβer sich. Sie hatte keine Ahnung, wie die Reihenfolge des “Rituale” durchgeführt würden müssen, Gebet, Gesang, uzw… Jemand hat ihr ein rosiges Gesangbuch gegeben, das “Singt und spielt dabei Jehova in euren Herzen” hieβ, und ihr gezeigt, wie sie singen musste, aber sie schien nicht auf dem Laufenden zu bleiben. Mir gefiel es zu beobachten wie höfliche, gutgekleidete und verschiedene die Leute da aussah. Ganz anders als alles, was ich normalerweise zu Hause, in der Schule oder anderswo in unserer Nachbarschaft sah. Natürlich, ich verstand kein Wort der langen Rede, aber bewunderte ich schon den kurzen Rede des kleinen Junges – sehr fließend – er sollte gerade wie alt sein als ich. Die zweite Hälfte der Zeit, schlief ich auf dem Stuhl und plotzlich erscheckte mich über die Leute, die stark applaudierte.

Über den Kongresse, erinnere ich mich, dass ich einen Bus voll lächelnden Gesichtern einstieg und die Leute da uns begrüßte. Rosângela und Iracema waren auch da und lächelte uns an. Es gab Plätze für uns. Ein lustiger Mann da hat den Kindergesang “Der Elefant ist dick und schwer” gesungen. Ein paar Stunden später waren wir in einem überfüllten Stadion, wo viele Busse fuhren, viele Menschen zu Fuß liefen und diese endlosen Lärm ging weiter. Endlich saβen wir auf einer Tribüne, während ein Mann eine Rede mit Mikrofon hielt. Und wie immer schlief ich und wachte ich ganz erschrocken auf den Klang der stürmischen Applaus. Das Wetter während diesen Kongresse waren sehr dumpf und einige Damen mussten sich auffächern, um die Hitze zu steuern. Und dann die Mittagspause. Damals hatten Zeugen Jehovas groβe Mahlzeiten – kein kleine Portion für Kinder – ich habe so viel gegessen, dass ich nicht einmal gehen konnte.

Ich stand neben meiner Mutter und hatte keine Ahnung, warum wir da waren. Ich habe nie gefragt, und sie hat mich nie erklärt. Wir waren nur so da.

Die Welt wird enden gerade wenn ich an der Reihe bin – das ist nicht richtig!!

Nachdem Vater uns verließ, war Mutter nervös und ich wollte nicht, mit ihr mehr als unbedingt notwendig zu reden. Wir hatten Kontakt mit Zeugen Jehovas verloren. Aber sie hatten viele Bücher bei uns hintergelassen. Ich hatte die Bücher, sowie die Bibel immer geblättert und war damals stolz dass ich, noch so jung, so viel über der Bibel wusste. Aber wann ich 12 war, passierte ein paar physische und emotionale Änderungen zu mir. Zuerst fühlte ich mich zu erwachsenen Männer hingezogen, zu ihre Unauffälligkeit, Verhalten, Stimme, Gesten, uzw. Ich war wahrscheinlich ein Schwuler, dachte ich. Und wenn ich es wäre, gab es etwas zu tun, das Problem anzugehen? Niemand hatte mir erklärt, was es bedeutet, einen Schwuler zu sein, war es angeht und ich habe nie gewagt, so etwas zu vragen. Nachdem Vater uns verließ, war Mutter sehr nervös und ich wollte nicht, mit ihr mehr als unbedingt notwendig zu reden.

Ich wollte keinen Schwuler sein, jedenfalls nicht wenn es eine Wahl war. Ich erinnere mich an einen verweichlichten Mann, dem feste und weibliche Kleidung zog und durch unsere Straße entlangs lief. Er wurde verschmäht von jedermann vorm Gebäude wo wir wonhten – auch von meiner Mutter. Dieser Mann sollt sicherlich ein paar Leute beleidigt haben und schon kein guter Mensch sein. Ich wollte ein gutes Beispiel für meine Brüder sein. Ich war der älteste der Jungen und kein Zweifel, war ich auch die Einige zu Hause die verständig war. Ich habe die Schulzeit ernsthaft genommen, Englisch gelernt, mit den Hausarbeiten geholfen, meiner jüngste Brüder in der Schule genommen und die Mahlzaiten vorbereidet bevor ich selbst in die Schule ging. Wenn es passierte, dass einer erwachsenen Mann mir übertags auffiel, kniete ich mich vor einem Bild Unserer Lieben Frau und bat sie um Verzeihung, bevor ich zu Bett ging.

Ich habe keine Ahnung, wo ich gelernt habe. Jemand hat mir das Bild gegeben, aber ich kann mich nicht erinnern wer. Weil Mutter den ganzen Tag arbeitete und keine Zeit mehr hatte, uns die Bibel zu lesen, las ich sie auf eigene Faust. Ich soll es von Psalmen bis zu Malachi übersprungen haben. Ich fand es faszinierend wie alles entstand ist: Adam und Eva, die Sintflut, der Turmbau Babels, die Überquerung des Roten Meeres, etc ……

Es gab auch schreckliche Teile mit hassliche Bildern wie das Bild einer toten Mann mit einem Meißel geschnitzt in seiner Tempel . Die Geschichte, in denem Männer, Frauen und Kinder getötet wurden, wurden auf dem Busch jedoch nicht dargestellt. Es beeindruckt mich nicht sehr und ich habe es schon vergessen. Alles um das Leben Jesu war besonders beeindruckend für mich, vor allem die Tatsache, dass er den Toten auferweckte, den Blinden heilte, auferstand selbst und schließlich bevor einige Zuschauer zum Himmel aufstieg.

Schließlich erreichte ich Offenbarung (“Apokalypse”). Was für ein sonderbares Buch zu lesen. Und sicher für ein Kind. Was bedeutet der Schreiber mit ein Tier mit Zahl 666, mit Sternen, die vom Himmel fallen? Ich fragte Mutter und sie erzählte mir, dass das Buch da, wie das Ende der Welt wird, beschreibt. Ich fragte: “Wird die Welt enden?”. “Ja, sicher.”, sagte sie. “Aber gerade wenn ich an meiner Reihe bin, das ist nicht richtig.” Ich war frustriert. Etwas, das ich sicher wusste: Wenn ich dieses “Übel” habe, nämlich “Schwuler sein”, musste ich etwas tun, das Problem schnell zu lösen und, weil ich eine leichte Beute werden könnte für die abscheuliche Bestie mit der Zahl 666.